Was ist eigentlich eine „Privacy-Box“?

von | 20.10.2017 | Aktuell

Setzt man sich mit dem Thema Datenschutz auseinander, findet man immer öfter den Begriff „Privacy-Box“ vor. Aber was versteht man eigentlich darunter und was kann man von einer Privacy-Box erwarten? Bei Comidio / Trutzbox definieren wir einen solche Sicherheitsbox so:
„Eine Privacy-Box ist ein elektronisches Gerät in Form einer Hardware-Software-Kombination, welches maximale Privatheit bei der Nutzung des Internets bietet.“

Bereits im Vorfeld der Entwicklung der Trutzbox haben wir auf Grund dieser Definition Anforderungen zusammengestellt, die in entscheidendem Maße das Design unserer Trutzbox bestimmt haben.

 

Privacy-Box: Schutz für alle Internetaktivitäten

Eine Privacy-Box sollte Privatsphäre bei möglichst allen Tätigkeiten im Internet ermöglichen. Für alle Arten von Aktivitäten im Internet, zum Beispiel E-Mailen, Surfen (Browsen), Chatten, und bei Video-Audio-Konferenzen sollte so eine Sicherheits-Box für Schutz der Privatheit sorgen.

Denn was nützt es, wenn man zwar beim Surfen geschützt ist, aber beim Chatten oder E-Mailen seine privaten Daten irgendwelchen, unbekannten Datenhändlern ungefragt und ohne Zustimmung preisgibt?

Eine Privacy-Box sollte immer alle Daten schützen. (Bild: pixabay.com)

Internet-Sicherheit

und Privatheit sind untrennbar miteinander verbunden. Sobald Angreifer die Ihre Sicherheit im Internet überwinden können, ist die auch automatisch die Privatheit Ihrer Daten automatisch. Wenn ein Angreifer Schadsoftware auf einem PC oder einem IoT-Gerät (IoT = Internet of things / Internet der Dinge, Infolink auf Wikipedia) platzieren kann, ist er in der Lage, auch private Daten zu lesen und diese – im schlimsten Fall – zu missbrauchen.

Deswegen sollte man unserer Ansicht nach von einer Privacy-Box zusätzlich auch Internet-Sicherheit erwarten.

 

Preis

Eine Privacy-Box muss unbedingt bezahlbar sein, um massentauglich zu sein: das betrifft nicht nur den Kaufpreis, sondern auch die laufenden Kosten für Service und Stromverbrauch.

 

Schutz aller Geräte

Eine Privacy-Box sollte alle am Internet angeschlossenen Geräte schützen. Wir nutzen heute schon verschiedene Betriebssysteme, PC-Hardware, Fernseher, Fitness-Armbänder und weitere IoT-Geräte. Stimmgesteuerte Geräte wie Amazons Echo oder Google Home sind zum Beispiel gerade groß im Kommen. Auf allen diesen Geräten sind persönliche Daten gespeichert, die vor unberechtigtem Zugriff geschützt werden müssen.

Idealerweise schützt eine Privacy-Box auch alle Arten von Endgeräten. (Bild: pixabay.com)

Schutz des gesamten Internet-Datenverkehrs

Es gibt verschiedene Browser-Plugins, die Daten-Tracker stoppen und vor Werbung schützen. Da aber ein Internet-Browser immer auch Plugins umgehen kann und an den Plugins vorbei Daten mit dem Internet austauscht, kann selbst das beste Plugin nicht alle Daten kontrollieren.

Für Apps auf PCs oder Smartphones wiederum stehen solche Plugins so gut wie nicht zur Verfügung. Für die meisten IoT-Geräte gibt es keine Möglichkeit, deren Datenaustausch zu kontrollieren. Daher ist es unbedingt notwendig, den Datenaustausch auf Netzwerk-Ebene an zentraler Stelle, also außerhalb des zu kontrollierenden Gerätes, zu überwachen. Nur so ist gewährleistet, dass Sie den Datenaustausch Ihrer Geräte mit dem Internet wirklich kontrollieren können.

Keine Chance für Datenklau – mit abgesichertem Internet-Zugang. (Bild: pixabay.com)

Was ist mit verschlüsseltem Datenverkehr?

Es wird oft diskutiert, ob eine Privacy-Box auch verschlüsselten Datenverkehr kontrollieren soll. Ja, das soll sie. Denn gerade Apps kommunizieren verschlüsselt mit Daten-Trackern, die die Privatsphäre kompromittieren. Einer Privacy-Box muss man immer vertrauen, deshalb ist das potenzielle Aufbrechen der Verschlüsselung ein kleineres Sicherheitsrisiko, als den verschlüsselten Datenverkehr unkontrolliert durchzulassen.

 

Installation, Nutzung und Bedienbarkeit

Nur wenn eine Privacy-Box einfach zu installieren und zu betreiben ist, wird sie auch genutzt. Kompliziert zu bedienende Browser-Plugins wie z.B. NoScript oder die E-Mail-Schlüsselverwaltung führen dazu, dass NoScript kaum genutzt wird und auch E-Mails selten verschlüsselt werden.

Das sollte mit einer Privacy-Box möglichst ohne Änderung der Benutzer-Gewohnheiten automatisch funktionieren. Somit sollte der Nutzer alle seinen gewohnten Programme auf allen Devices wie gewohnt weiter nutzen können und von der zusätzlich gewonnen Privat- und Sicherheit gar nichts merken. Auch sollte die Performance durch die Nutzung einer Privacy-Box den Nutzer nicht zu sehr einschränken oder in seinem Tun behindern.

 

Vertrauen in die Privacy-Box

Man muss der Privacy-Box vertrauen können:  da eine Privacy-Box als eines der besten Überwachungsinstrumente missbraucht werden könnte, ist es unabdingbar, dass man der Privacy-Box vertrauen kann. Dazu gehört, dass sämtliche Software der Privacy-Box quelloffen ist, so dass Fachleute diese verifizieren können.

Außerdem muss sie durch Nutzung aktueller Sicherheits-Technologien vor Angreifern bestmöglich geschützt sein. Das Unternehmen, das die Privacy-Box herstellt und betreibt, muss unabhängig von externer Einflussnahme sein und frei von finanzieller oder sonstiger vertraglicher Verflechtung mit anderen Unternehmen, die den Schutz der Privacy-Box einschränken oder sogar missbrauchen könnten.

 

Nachteile

Eine Privacy-Box kann auch Nachteile mit sich bringen, das wollen wir hier auch klar ansprechen. Neben den zusätzlichen Kosten macht jede zusätzliche Erweiterung des eigenen Netzwerks die technische Infrastruktur komplexer. Technische Defekte können nicht ausgeschlossen werden, so dass auch eine Privacy-Box ausfallen kann. Es können Fragen bei der Bedienung entstehen. Das bedeutet zusätzlichen Zeitaufwand, sich mit diesem zusätzlichen Device zu beschäftigen.

 

Vorteile

Die Vorteile einer Privacy-Box liegen allerdings klar auf der Hand: nur eine Privacy-Box, die sämtlichen Datenverkehr mit dem Internet kontrollieren kann, ist in der Lage, das gesetzlich zugesicherte Recht auf Privatheit und Kontrolle der eigenen Daten sicherzustellen. In Hinblick auf diese Vorteile sollten die Nachteile leicht verschmerzbar sein. Wir finden, der Schutz Ihrer Daten ist wichtig – und sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Zögern Sie nicht, sich die Kontrolle über Ihre Daten wieder zurück zu holen.

Möchten auch Sie von der Sicherheit einer Privacy-Box profitieren und den Schutz Ihrer Daten selbst in die Hand nehmen? Informieren Sie sich über die Trutzbox – und wählen Sie den Weg „back to privacy“.